„Eine Kleinstadt entdeckt den Kurzfilm“ – 12. Filmsalat des Verdener Kommunalkinos war ein voller Erfolg

Gruppenfoto mit Gewinnern, Preispaten, Jurymitgliedern und Moderatorin

Selten war das Verdener Kurzfilmfestival „Filmsalat“ so gut besucht, wie bei seiner 12. Auflage. Das bislang alle drei Jahre stattfindende Festival fand am 7. und 8. September statt und zog Arbeiten von über 100 Filmer aus ganz Europa an.

144 Kurzfilme zwischen einer und 20 Minuten wurden eingereicht, 34 von ihnen schafften es ins Festivalprogramm.

„Das Festival bietet  jungen Filmern eine Plattform. Hier kann man sich austauschen und seine Arbeiten von einer Jury bewerten lassen“, freute sich Jürgen Menzel, der erste Vorsitzende des Verdener Kommunalkinos, dessen Team das Festival mit Unterstützung des Weser Kuriers sowie Sponsoren aus der Region ausrichtete. Preisgelder im Gesamtwert von 4.000 Euro waren ausgelobt.

Der mit 1.500 Euro dotierte Hauptpreis ging an „Ein Moment bei unserer Großmutter“ von Jannis A. Kiefer, der in seiner Kurzdoku Erinnerungen an seine Großmutter verarbeitet und nach Auffassung der Jury „eine subtile Annäherung an die Themen Demenz und Verlust geschafft hat.

Auch Lorenz Piehl bildgewaltiger Polit-Thriller „Zorn dem Volke“ und Johannes Bachmanns alberne Comedy „Einfach nicht machen ist Filme“ haben die dreiköpfige Jury überzeugt und heimsten die beiden Förderpreise ein. „Das Wort ,albern‘ ist in der Jury-Begründung ausdrücklich positiv zu verstehen. Insofern ist die Preisentscheidung auch ein klares Plädoyer der Jury für die Albernheit“, wie Juror Daniel Nocke (Drehbuch-Autor und Kurzfilm-Regisseur) betonte.

Der Mitgliederpreis des Kommunalkinos ging an Kristina Shtuberts dichtes Mutter-Tochter-Drama „Elisa“. Für Jurorin Rosa Hannah Ziegler (Gewinnerin des Deutschen Kurzfilmpreises in Gold) „eine komplexe Dreierbeziehung zwischen zwei Figuren“. Als dritter Juror fungierte Jörn Zweibrock – als Journalist des Bremer „Weser Kuriers“ sozusagen „Volkes Stimme“ im dreiköpfigen Team.

Preisträger der Herzen war für das Verdener Kinopublikum, das dem Filmsalat in diesem Jahr einen Besucherrekord bescherte, Ron Jäger. Der verzichtete in seinem Drama „Wir müssen reden“ komplett auf Sprache und bediente sich in seinem Stummfilm lediglich Blicken, Gesten, Zeichen, Codes und Symbolen. Kurzum: Er reduzierte seinen Beitrag, eine Vater-Sohn-Entfremdung, auf das Wesentliche. „Ein Film braucht nicht mehr. Kino ist den Gesichtern verpflichtet“, findet der 1995 geborene Jäger. In diesem Fall sind es die Gesichter der Hauptdarsteller Andreas Klinger und Bjarne Meisel. Neben dem Holzrelief von Störtebeker – dem Verdener Oscar – geht Jägers Publikumspreis mit 500 Euro einher.

Den Filmsalat 12, der mit Florian Gallenbergers „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ startete, besuchten an zwei Tagen mehrere hundert Zuschauer.

Die 13. Ausgabe des Verdener Kurzfilmfestivals soll es bereits in zwei Jahren geben.

Wir danken hiermit allen einreichenden Filmern, Sponsoren, Partnern, Helfern, Mitgliedern des KOKI, der regionalen Presse und allen, die das Festival durch ihren Besuch unterstützt haben!

 

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